Zwischen

… Baum und Borke kann man hängen, beispielsweise. Zwischen Baum und zwischen Borke geht es kaum. Denn es braucht immer zwei Dinge, wenn es um „zwischen“ geht. Zwischen einem Teil kann man es sich schlecht einrichten. Oder?
„Wenn wir unterhalten werden, trennen wir ganz offenbar nicht zwischen dem, was erfunden ist und zwischen dem, was wir für real halten“ (Montag, 23. Juni 2014, Panorama).

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„Wir sind in der Breite besser aufgestellt“ (ebd., Sonderteil grüne Hauptstadt, Titelseite)

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„Wir sind alle auf dem Baum“ (Mittwoch, 25. Juni 2014, Titelseite). Und mich bringt das langsam auf die Palme! Man muss doch nicht jeden Müll nachplappern, den die WAZ so schreibt!

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„Spanien und Italien haben mit ihrem Ausscheiden in der Gruppenphas für ein Novum in der Fußballgeschichte gesorgt“ (ebd., Sportteil, Titelseite)

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„Prof. Schmiegel bleibt Krebs-Präsident“ (Freitag, 27. Juni, Headline, Rhein-Ruhr). Da werden sich die Krebse aber freuen!

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„Und er wird diese Entscheidung eisenhart durchziehen“ (Samstag, 28. Juni, Sportteil, Titelseite). Weder beinhart noch eiskalt, also eisenhart.

Demut schwingt mit

Da sollte man vermuten, dass eher Wehmut mitschwingt, oder, Herr Bürgermeister? „Demut schwingt mit, ich hätte es gerne weiter gemacht (Essener Bürgermeister Fliß laut WAZ vom Donnerstag, 19. Juni 2014, Lokalteil Essen). Und alles nur, weil „CDU und SPD … ihn aus dem Sattel gezwungen“ haben (ebd., Kommentar).

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„Diese Arroganz, die … nicht durch kreative Leistung oder bestechende Intellektualität gegenfinanziert war“ (Montag, 16. Juni 2014, Titelseitenkommentar).

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„Frau überlebt Sturz aus 25 Meter Höhe“ (Montag, 16. Juni 2014, Headline auf der Panorama-Seite). „Ein Vordach … habe den Sturz aus 25 Metern Höhe etwas gedämpft“ (ebd., sieben Zeilen tiefer).

Sinn stiften

… kann man, wenn man Großes tut und die Gesellschaft bereichert. Bei kleineren Dingen hat etwas (ein bestimmtes Handeln) Sinn oder nicht. Um das aufzuplustern und wichtiger klingen zu lassen, sagt man heutzutage gerne: „Das macht Sinn“. Das ist dem WAZ-Kommentar jedoch immer noch zu wenig, also formuliert er: „Der für 2016 verkündete Totalabzug der Truppen mag innenpolitisch Sinn stiften“ (Montag, 2. Juni 2014, Tagesthema, Kommentar).

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„Email, Telefon und soziale Netzwerke werden missbraucht“ (selbe Ausgabe, Rhein-Ruhr, Infokasten). Demnächst wohl auch noch Plastik, Stahl und Teflon.

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Wir wussten es immer, Mehdorn ist Sozialarbeiter: „Wir sind betroffen, auch ein Stück weit enttäuscht und traurig …“ (Dienstag, 3. Juni 2014, Wirtschaft)

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Und da wir gerade bei Managern sind: „Der Chef muss an Deck sein und in stürmischer See das Ruder in der Hand halten“ (ebd., Ex-Arcandor-Chef Middelhoff, 2. Wirtschaftsseite).