Jobs befördern

Wohin bloß?
Fördern allein scheint heutzutage nicht mehr genug zu sein: „Obama nimmt … in Anspruch, seit Januar 2009 rund 5,2 Millionen neue Jobs befördert zu haben.“ (Samstag, 3.11.2012, Seite 2: Tagesthema). So klingt es doch gleich noch viel wichtiger. Die Vorsilbe „be“ muss her, um das Ganze zu adeln. Darum wird be-feuert, be-fördert, be-stärkt und be-flügelt, dass es eine Pracht ist! Leider vergisst man dabei, dass man Vorsilben nicht beliebig an jedem Wort be-festigen kann: Befördern ist etwas völlig anderes als fördern, wie auch be-festigen wenig mit dem Festigen (z.B. einer Beziehung) tun hat. Und auch die Deutungshoheit würde sich schwer wundern, ließe man sie zur Be-deutungshoheit und damit -losigkeit verkümmern.
So hat dann Be-fördern nun einmal etwas mit der Bewegung von Gegenständen zwischen Orten zu tun; im übertragenen Sinn auch mit Gehaltsstufen und Karriere.
Darum gibt es zwar eine „Förderstufe“ und ein „Fördergeld“. Eine „Beförderschule“ kennen wir aber nicht, und das „Beförderungsentgelt“ entrichten wir im Zug oder bei der Post.
Das alles be-stört den Beförderer leider nicht, und er be-kümmert sich da nicht darum, dünkt sich besonders klug und seine Worte für wohlgewählt, doch bedient er nur eine neue Dummdeutsch-Mode, eine be-sonders be-scheuerte zudem.