WAZblog Waz man seinen Lesern eigentlich nicht zumuten sollte …

28. Februar 2009

Mit dem Spaltpilz unterwegs

Filed under: Allgemeines — msteinmen @ 20:36

Doch zunächst, auf der Seite 2, müssen „auch die Arbeitnehmer … ihren Beitrag bringen“, und man fragt sich, warum sie ihn nicht einfach leisten, wie das sonst in solchen Fällen üblich ist. Manchmal, so scheint es, fällt einem Autor einfach das passende Wort nicht ein, und weil er wenig Zeit hat, nimmt er dann das erstbeste, das ihm gerade durch den Kopf geht. Und dabei bleibt es dann.

Doch noch merkwürdiger ist das, was die WAZ auf der Politik-Seite aus der Ruhrgebiets-CDU gehört haben will: „Da waren einige außerhalb der Ruhr-CDU mit dem Spaltpilz unterwegs“. Nun kennt man zwar den Ausdruck „Spaltpilz“ für Leute oder Dinge, die eine Gruppe oder Organisation spalten, aber wer ist damit unterwegs? Und dann auch noch außerhalb? Um innerhalb zu spalten?

Und direkt darunter eine dicke Headline: „Kritik an Bischof Mixa wegen Holocaust-Vergleich“. Man weiß ja, dass der Genitiv heutzutage Luxus ist, aber hätte man nicht hier wenigstens einmal „wegen seines Holocaust-Vergleichs“ schreiben können, schon wegen Ohrenschmerz?

27. Februar 2009

Alles strömt

Filed under: Allgemeines — msteinmen @ 21:50

Und so heftig! Das beginnt schon auf der Seite 2: „Über der nüchternen Kongresshalle in Düsseldorf schwebt ein deutlich sichtbarer Atem. Fast jeder, der die Halle betritt, nimmt ihn war. Für die einen ist es ein Atem, der ein ganz spezielles Frommsein ausströmt. Für andere strömt er ganz spezielle Werte aus.“ Was da so alles ausströmt! Nicht nur der Atem selbst, nein, auch aus dem Atem strömt was aus: spezielles Frommsein und ganz spezielle Werte! Vermutlich kann man ihn deswegen auch über der Kongresshalle schweben sehen.
Und noch bevor wir uns davon erholen können, strömen uns schon die nächsten Worte entgegen: „Und dann sagt er mit der größten Selbstverständlichkeit der Welt einen Satz, der so ungewöhnlich klingt, dass er alles Selbstverständliche aus dem Rahmen holt“. Wenn etwas nicht selbstverständlich ist, also ungewöhnlich, fällt es aus dem Rahmen. Aber wie man mit einem ungewöhnlichen Satz irgendwas aus dem Rahmen holt, und sei es das Selbstverständliche, muss man mir erst noch erklären. Wie übrigens den ganzen Satz. Oder hat ihn jemand verstanden?
Doch vielleicht muss man da esoterischer drangehen, denn „hinten, in der Kongresshalle, strömt immer noch der spezielle Atem.“
Und wer immer noch nicht kapiert hat, was das alles ist, der wird am Schluss des Artikels wie folgt getröstet: „Und da sind sie dann wieder, diese speziellen Werte, die zum Atem dieses Kongresses geworden sind.“
Und jetzt bitte aufatmen, denn der Artikel ist zu Ende.

Aber halt! Noch ist die WAZ nicht zu Ende, deshalb wird aus dem Aus- allenfalls ein Durchatmen, bevor es weiter strömt. Wie hier, auf der „Rhein-Ruhr“-Seite: „Immer wieder Opel, immer wieder Krise, ‚das hältste nicht mehr aus‘, sagt Uwe Reuter und erzählt, wie die Kollegen verstummen in der Werkstatt, wie sie nicht mehr reden wollen über ihre Angst, und er sagt einen Satz mit doppeltem Boden: ‚Die machen dicht‘. Und geben doch nicht auf.“ 1. Frage: Wer gibt nicht auf? 2. Frage: Was ist ein Satz mit doppeltem Boden?

26. Februar 2009

Eingefetteter Aal schleicht ins Kanzleramt

Filed under: Allgemeines — korrektor @ 20:26

Im Kommentar auf Seite 2 erfahren wir, „dass der CSU-Chef ankündigte, er werde nicht wie ein eingefetteter Aal zu Verhandlungen ins Kanzleramt schleichen…“ Wie schleicht ein Aal? Und seit wann werden diese Viecher eingefettet?
Das bleibt aber nicht das einzig Unverständliche, denn „allein die Diskussion über Volksentscheide würde zudem die Kanzlerin des größten Mitgliedslandes auf der europäischen Ebene bereits reduzieren.“ Hm, ja, nun.
Und wem das noch nicht reicht: „Merkels Pragmatismus setzt Seehofer seinen auch in der Darbietung gekonnten Populismus zum ständigen Vergleich entgegen.“

Die passende Bemerkung dazu finden wir auf der Kulturseite: „Das ist eine reichlich gespreizte Satzgirlande“.
Dem kann ich mich nur anschließen.

Zum Abschluss dann in einer Headline auf der Politik-Seite noch etwas Schönes zum Üben: Wie dekliniert man Kandidat? Richtig: Der Kandidat, des Kandidaten, dem Kandidaten, den Kandidaten. Wie dekliniert die WAZ? Auch richtig: „Obama mit neuem Ministerkandidat“.

25. Februar 2009

Am Aschermittwoch

Filed under: Allgemeines — Schlagwörter: — msteinmen @ 15:30

… ist nicht alles vorbei (folgt)

24. Februar 2009

Veilchendienstag

Filed under: Allgemeines — msteinmen @ 07:42

… und immer noch Karneval bei der WAZ.

23. Februar 2009

Rosenmontag

Filed under: Allgemeines — msteinmen @ 13:42

… und Karneval bei der WAZ (folgt).

21. Februar 2009

Wirklich rührend

Filed under: Allgemeines — msteinmen @ 21:15

… bemüht man sich heute wieder um Sprachbilder. Dabei kommt im Seite-2-Kommentar Folgendes heraus: „Nun wäre es allerdings ein großer Fehler, Opel und Saab in einen Topf zu rühren.“ Fänd ich auch, zumal man sie in einen Topf werfen müsste. Manchmal frage ich mich, was einen Autor dazu bringt, so etwas zu schreiben. Will er originell sein und daher vom „Üblichen“ abweichen? Allerdings ist das Problem dabei, dass Redensarten deshalb Redensarten sind, weil sie „üblich“ sind. Oder fällt ihm gerade nicht das passende Verb ein und er nimmt dann das, was ihm gerade zur Verfügung steht?
Und was er sich ein paar Zeilen weiter gedacht hat, vermag ich überhaupt nicht zu ergründen: „Im schlimmsten aller Szenarien könnte das auch im Falle eines Staatsengagements bei Opel der Fall sein. Davor sind allerdings die guten Nachrichten.“ Wovor? Vor dem schlimmsten aller Szenarien? Oder vor dem Staatsengagement?“ Und was soll dieser Satz eigentlich?
Und weiter geht’s: „Immerhin ist das eine Chance, die alle Kraft verdient hat.“ So, so.
„Es drängt sich schon sehr der Eindruck auf, dass hier mancher Politiker versucht, mit der Opelkrise am eigenen Profil zu polieren“. Mir eher nicht. Ich hätte gedacht, dass die Poltiker ihr Image polieren oder ihr Profil schärfen wollen, aber wer weiß, vielleicht rühre ich hier zwei Sachen in einen Topf, wo die guten Nachrichten davor sind. Und ich weiß nicht, ob ich damit einer Chance die verdiente Kraft gebe oder nur mein Profil poliere…

20. Februar 2009

Heute ist ein Prozess über

Filed under: Allgemeines — msteinmen @ 22:19

Und wie so oft liegt das nur an der falschen bzw. überflüssigen Universalpräposition. Heute tritt sie auf der Politik-Seite wie folgt auf: „Die Geschworenen in Moskau haben die Beweisführung der Anklage im Prozess über die ermordete Journalistin Politkowskaja mit einem Freispruch quittiert.“ Das Schlimme dabei: Es klingt schon fast normal. Aber normal ist das nicht: Der Prozess über. Denn ein Prozess wird wegen etwas geführt und gegen jemanden! Im konkreten Fall war es der Prozess wegen des Mordes an einer Journalistin. Warum kann man das nicht einfach so schreiben, anstatt uns Leser in Selbst- und andere Zweifel zu stürzen?

Kommen wir zum Ende. Und davon haben wir sogar einige auf der Titelseite: „Zugleich rücken die Studier-
(neue Zeile) endenpolitisch mehr nach rechts.“ Und damit wollen wir es jetzt wirklich beenden.

19. Februar 2009

Und wieder harte Schnitte

Filed under: Allgemeines — msteinmen @ 20:56

Wohl mit weichen Messern. Oder so. Oder wie muss man sich das vorstellen, was heute im Kommentar auf Seite 2 steht: „Das Unternehmen steckt in einer Konjunktur- und Strukturkrise. Letztere erfordert harte Schnitte. Die sind nicht zu meistern, wenn Länder sich beteiligen.“ Gibt es weiche oder harte Schnitte? Und wie meistert man selbige? Kommt ein Land nach Hause und sagt: „Verdammt, heute musste ich wieder viele harte Schnitte meistern!“
Woraufhin der WAZ-Redakteur sagt (in diesem Fall ein paar Zeilen davor): „Also Staat, Finger raus aus den Unternehmen“, von denen der doch eigentlich die Finger weg lassen sollte.

18. Februar 2009

Wieder schweres Fahrwasser

Filed under: Allgemeines — msteinmen @ 22:18

Schweres Wasser wird bekanntermaßen in Atomkraftwerken benutzt. Dass man darin auch fahren kann, mag uns überraschen, steht aber heute im Kommentar auf Seite 2: „Doch die Prima-Klima-Koalition von Rüttgers gerät nun in schweres Fahrwasser, teils ohne eigenes Verschulden, teils durch eigene Fehler.“
Gemeint ist wohl eher schwere See oder im günstigsten Fall gefährliches Fahrwasser; wobei die Redensart ursprünglich ohnehin nur bedeutete, dass man jemandem kritiklos folgt, wenn man sich in seinem Fahrwasser befindet. Nur scheint das Fahrwasser inzwischen so beliebt zu sein, dass es auch laufend für andere Zwecke genutzt wird. So befindet man sich manchmal in gefährlichem Fahrwasser und findet dann vielleicht in richtiges zurück. Und da mag die Zeit nicht mehr fern sein, dass es noch weiter angereichert wird und man dann auch durch Kernkraftwerke schippern kann.

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