Wurzeln freilegen

… kennt man eigentlich vom Zahnarzt. Jetzt neu: „Es ist die Einsicht in eine neue Gefährdung durch Hasskriminelle und die Notwendigkeit, deren Wurzeln freizulegen: Welche Rechtsterroristen sind heute noch unterwegs …“ (Dienstag, 22. April 2014, Titelseitenkommentar). Und wenn man noch so lange nachdenkt, es kommt kein Sinn rein: Hasskriminelle (?) deren Wurzeln man freilegen muss. Oder die von Rechtsterroristen? Haben die Wurzeln? Und wenn die alle Wurzeln haben, warum muss man die freilegen? Vielleicht, um die Axt an die Wurzel zu legen?

Das Morden tobt

Da hat aber einer mal wieder voll in die Tasten gehauen: „In Nigeria führen blutrünstige Islamisten einen Privatkrieg gegen die Zivilbevölkerung“ (Samstag, 19. April 2014, Tagesthema, Kommentar). Vermutlich auch noch mit Privatwaffen!
Aber es geht noch besser: „In Syrien tobt … das gnadenlose Morden“ (ebd.)
Daneben ist das Folgende ja geradezu harmlos: „Und in Russland vermittelt ein selbstherrlicher Präsident den Eindruck, den Westen herausfordern zu wollen.“

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Schreibt man vor „als“ ein Komma oder nicht? „Aber die Kosten für den Betrieb eines WLAN-Hotspots dürften im Jahr geringer sein, als die Tankrechnung für den Dienstwagen des Bürgermeisters“ (Dienstag, 13. April 2014, Tagesthema, Kommentar). „Viele Firmen zahlen lieber als Behinderte einzustellen“ (Dienstag, 13. April 2014, Politik, Headline). Im ersten Fall nein, weil es ein einfacher Vergleich ist (geringer als), im zweiten Fall ja, weil dem „als“ ein erweiterter Infinitiv mit „zu“ folgt; „lieber, als … einzustellen„. Die WAZ macht es genau andersherum und damit doppelt falsch.