Waz man seinen Lesern so zumutet:

Wem lehrt er Schach?

Stand zwar „nur“ im Essener Lokalteil, ist aber einfach zu gut: „Großmeister Sebastian Siebrecht lehrt der 4a der Karlschule von Sarah Jordan im Allee-Center Schach“ (Mittwoch, 21. Mai 2014, Bildunterschrift Lokalteil Essen).

Vorzeigen der klaren Kante

Dass eine klare oder unklare Kante Blödsinn ist, hatten wir bereits. Und da wurde sie nur gezeigt. Dass man den Blödsinn noch weiter treiben kann, zeigt das hier: „Beim Vorzeigen der klaren Kante fühlt sich der frühere dänische Premier sichtlich wohl“ (Dienstag, 6. Mai 2014, Tagesthema).

Gezielt Schrauben anziehen

„Um Russland im Ukraine-Konflikt an den Verhandlungstisch zu zwingen, zieht US-Präsident Barack Obama gezielt die Sanktionsschrauben an“ (Dienstag, 29. April 2014, Tagesthema). Ob man auch ungezielt an Schrauben ziehen kann? Und was sind eigentlich Sanktionsschrauben?

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„Prügelnder Ehemann riss Akku aus dem Kunstherz“ (Headline in derselben Ausgabe, Essener Lokalteil). Aus wem? Dem Herzen.

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Achtung, es spricht der Chefredakteur: „Man kann sich diese beiden wilden Kerle mühelos vorstellen, wie sie sich männerbündlerisch in die Arme nehmen …“ (Mittwoch, 30. April 2014, Kommentar, Tagesthema). „Die verweichlichten, halbschwulen Europäer, die gar nicht begreifen, wie sie sich gerade winselnd den Amis und ihrer Kanonenbootpolitik ausliefern“ (ebd.). Und nun der Höhepunkt: „Bedenklich ist, dass ganz offenkundig für viele Menschen die westlichen Werte von Freiheit und Selbstbestimmung (auch von Staaten) nicht mehr die erste Rolle spielen“ (ebd.). Erste Geige oder keine Rolle, da hätte man sich entscheiden müssen.

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„Merkel und Obama in Katerlaune“ (Mittwoch, 30. April 2014, Politik). Gemeint ist wohl die Katerstimmung, die Laune würde bedeuten, dass die beiden gerne einen Kater hätten.
„Es sei ein dickes Brett, an dem man noch lange bohren werde“ (ebd.). Leute, die sich einfache Aufgaben aussuchen, nennt man Dünnbrettbohrer. Daraus abzuleiten, dass schwere Aufgaben dicke zu bohrende Bretter seien, ist ziemlich vermessen.

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„Arbeitsministerin Nahles plant ein Programm mit 30 000 über 18 Monate geförderten Jobs – eine halbherzige Nebelkerze.“ Eine Nebelkerze zündet man, um mit dem Nebel etwas zu verbergen. Was macht man mit deiner halbherzigen Nebelkerze? Halb verhüllen? Oder konnte sich der Autor mal wieder nicht entscheiden, ob er seine schöne Nebelkerze verwenden oder von einer halbherzigen Maßnahme sprechen wollte?

Wurzeln freilegen

… kennt man eigentlich vom Zahnarzt. Jetzt neu: „Es ist die Einsicht in eine neue Gefährdung durch Hasskriminelle und die Notwendigkeit, deren Wurzeln freizulegen: Welche Rechtsterroristen sind heute noch unterwegs …“ (Dienstag, 22. April 2014, Titelseitenkommentar). Und wenn man noch so lange nachdenkt, es kommt kein Sinn rein: Hasskriminelle (?) deren Wurzeln man freilegen muss. Oder die von Rechtsterroristen? Haben die Wurzeln? Und wenn die alle Wurzeln haben, warum muss man die freilegen? Vielleicht, um die Axt an die Wurzel zu legen?

Das Morden tobt

Da hat aber einer mal wieder voll in die Tasten gehauen: „In Nigeria führen blutrünstige Islamisten einen Privatkrieg gegen die Zivilbevölkerung“ (Samstag, 19. April 2014, Tagesthema, Kommentar). Vermutlich auch noch mit Privatwaffen!
Aber es geht noch besser: „In Syrien tobt … das gnadenlose Morden“ (ebd.)
Daneben ist das Folgende ja geradezu harmlos: „Und in Russland vermittelt ein selbstherrlicher Präsident den Eindruck, den Westen herausfordern zu wollen.“

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Schreibt man vor „als“ ein Komma oder nicht? „Aber die Kosten für den Betrieb eines WLAN-Hotspots dürften im Jahr geringer sein, als die Tankrechnung für den Dienstwagen des Bürgermeisters“ (Dienstag, 13. April 2014, Tagesthema, Kommentar). „Viele Firmen zahlen lieber als Behinderte einzustellen“ (Dienstag, 13. April 2014, Politik, Headline). Im ersten Fall nein, weil es ein einfacher Vergleich ist (geringer als), im zweiten Fall ja, weil dem „als“ ein erweiterter Infinitiv mit „zu“ folgt; „lieber, als … einzustellen„. Die WAZ macht es genau andersherum und damit doppelt falsch.

Heulkrampf

„Oscar Pistorius bricht in einen Heulkrampf aus“ (Mittwoch, 9. April, Panorama, Headline). Fantastisch!

Sich ehrlich machen

„Und nun machen Sie sich ehrlich und stellen fest“ (Mittwoch, 2. April, Wirtschaft, Kommentar). Kann man heutzutage nicht einfach ehrlich sein? Warum muss man sich das machen? Nur um neues Dummdeutsch zu kreieren?

Achten oder beachten

… ist ja durchaus ein be-acht-licher Unterschied. „Abnehmen durch weniger Kohlenhydrate und mehr Eiweiß – Was Sie dabei achten sollten“ (Montag, 24. März, Leben, Unterzeile).

Schön gelogene Wunden

„Putin lügt sich die Wunden schön“ (Mittwoch, 19. März 2014, Tagesthema, Headline des Kommentars). Das muss ihm erst einmal jemand nachmachen!

Gezückte Kalaschnikows und starre Besatzerblicke

„Baumlange, maskierte Krieger mit gezückten Kalaschnikows bauen sich vor den Betonklötzen auf“ (Montag, 10. März 2014, Politik). Ja, die einen zücken Kalaschnikows, die anderen holen mal eben einen Presslufthammer aus der Jackentasche.
„Aus den Dachluken schauen MG-Schützen mit starren Besatzerblicken …“ (ebd.). Schade, dass sie nicht auch noch starren, mit den starren Besatzerblicken.
„… Autofahrer hupen Zustimmung“ (ebd.).

Der Teufel an der Wand

… hört seine eig’ne Schand? Nicht doch, er wird da hingemalt. Doch wenn er gerade anderweitig zu hat, müssen andere Dinge ran: “ Man muss nicht wie CDU-Vize Thomas Strobl den Bruch der Koalition an die Wand malen …“ (Mittwoch, 5. März 2014, Kommentar, Tagesthema). Allerdings gehört dazu ein immenses Maß an malerischem Talent.

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Kartenspiel immer beliebter: “ … dass Korruption herrscht und unfassbare Armut, spielt alles Putin in die Karten“ (Montag, 3.März 2014, Kommentar, Tagesthema).

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Und einmal reicht nicht: „Wer Putin isolieren will, … spielt dem aggressiven Kreml-Zaren in die Karten“ (Dienstag, 4.März 2014, Kommentar, Tagesthema). Bald lassen wir dies als neue Redewendung zu. Aber nur, wenn sich dann andere in die Hände gucken lassen!

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Offenbar ist nicht schlimm genug, was heutzutage alles „geht“: „So geht Bank heute“, „so geht Hotel heute“, „so geht Lernen heute“. Würg! Die WAZ muss da dringend noch einen draufsetzen: „Familie heute geht so …“ (Freitag, 7. März 2014, Titelseitenkommentar).

Karneval verhagelt

„Dir hat es wohl die Petersilie verhagelt!“ – so sagt man, wenn man auf jemanden mit schlechter Laune trifft. Offenbar Grund genug für viele Schreiberlinge, alles und jedes verhageln zu lassen: „Urteil verhagelt Land den Karneval“ (Samstag. 1. März, 2014, Wirtschaft) ist da nur ein vorläufiger Höhepunkt dieser erschreckenden Entwicklung.

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„Mit höheren Gehältern lässt sich vortrefflich Sozialneid schüren … Es ist ein billiger, aber oft genug wirksamer (und bisweilen, bei unbilliger Bereicherung, auch angebrachter) Reflex (Montag, 24. Februar, Politik). „… eine Funktionszulage (für das Rektor-sein) …“ (ebd.). „Den Rektoren nun weiter zu unterstellen, sie würden um ihr Gehalt mauscheln, geht ebenfalls daneben“ (ebd.) M.a.W.: Es ist ein billiger, aber wirksamer, manchmal angebrachter Reflex, Leuten höhere Gehälter zu geben, um damit Sozialneid zu schüren, wobei es daneben geht, wenn man ihnen unterstellt, darum zu mauscheln. Alles klar?

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„In zahlreichen Krankenhäusern leiden Patienten unter akuten Hygienemängeln.“ (Dienstag, 25. Februar 2014, Titelseite). Die armen Patienten, dürfen sich nicht mal waschen …

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„… sein neues Album strotzt vor ungebremster Energie“ (ebd., Kultur & Freizeit, Unterzeile). Manchmal wünsche ich mir eine Energiebremse.

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„Die Frist soll erst ab dem 30. Lebensjahr des Opfers einsetzen – bisher ab 21 Jahre.“ (Mittwoch, 26. Februar 2014, Titelseite). Man muss es einfach aufschreiben, sonst tut es in den Ohren weh: Ab 21 Jahren!

Zerrissen zwischen

„… durch das intensive Spiel von Lea van Acker als zwischen Religion und Pubertät zerrissenes Mädchen …“ (Montag, 17. Februar 2014, Kultur & Freizeit“). Zwei Fehler in einem Satz, da ist man glatt zwischen Freude und Trauer hin und her gerissenen. Oder dazwischen zermahlen.

Auf dem Baum

Erst die Professoren und nun: „Österreich ist auf dem Baum“ (Fette Headline am Montag, 10. Februar 2014, Olympische Winterspiele). Was tut es da nur? Der Artikel gibt leider keinen Aufschluss. Hier steht nur, dass ein Österreicher die Abfahrt gewann. Auf Skiern. Aber ohne Baum.

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„In Deutschland werd beim Thema Prostitution verharmlosend von ,Sexarbeit’ gesprochen“ (Dienstag, 11. Februar 2014, Kultur & Freizeit).

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Sprachverstümmelung geht weiter: „Berlinale kann komisch“ Aua! (Mittwoch, 12. Februar 2014, Kultur & Freizeit).

Beförderung des Bahnhof um ein Stück weit

Es gibt wieder eine Beförderung zu vermelden: „Bei Lego ist ein Brandbrief eingegangen, in dem der Spielzeughersteller heftig dafür kritisiert wird, Rollenklischees zu befördern (Mittwoch, 5. Februar, Tagesthema).

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Das Genitiv-S ist weiter auf dem Rückzug und hat erneut einen schweren Schlag erhalten: „Winterliche Ansicht des Bahnhof Süd“ (ebd., Essener Lokalteil: „Aus den Stadtteilen“).

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Dafür ist Sozialarbeiter-Genuschel auf dem Vormarsch: „Aber so ein Team macht doch auch ein Stück weit einen Laden aus“ (ebd.).

Ja, die Anderen!

„Das Leben der Anderen“ – dieser Filmtitel ist eine schwere Hypothek für die deutsche Sprache! Denn seitdem ist das Pronomen „andere“ Gegenstand großer Verwirrung und wird häufig groß geschrieben: „Lärm ist das Geräusch der Anderen“ , heißt es demzufolge auch in einer mindestens 48-Punkt-Headline (Montag, 27. Januar 2014, Rhein-Ruhr). Dabei sollte es ebenso klein geschrieben werden wie „jemand, alle, einer, keiner“ usw. Aber natürlich kann es auch substantiviert werden und wird dann, aber nur dann, groß geschrieben, wie in dem eingangs zitierten Filmtitel. Dann aber sind die „Anderen“ wirklich fremdartig, ein völlig anderes Völkchen, so etwas wie Aliens. Wenn bei zwei Leuten einer was sagt und der andere zuhört, bleibt es bei der Kleinschreibung.

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Auch sonst hat die deutsche Sprache so ihre Tücken. Und diese Erfahrung musste wieder einmal der Chefredakteur machen, als er sich in einer Laudatio auf Karikaturisten erging: „… ihre Anerkennung, wo sie sie denn überhaupt niederzeichnen, kommt durchweg mit einer bitteren Note daher“ (Mittwoch, 29. Januar 2014, Tagesthema). Wenn man etwas niederschreibt, dann kann man doch es doch wohl auch niederzeichnen, muss er sich wohl gedacht haben. Das war leider ein Kurzschluss, denn es gibt zwar eine Niederschrift, aber keine „Niederzeichnung“ und daher auch kein „Niederzeichnen“, allenfalls ein „Niederbrüllen“.
Auch wenn etwas später von den „Opfern seines scharfsinnigen Strichs“ die Rede ist, fragt man sich verwundert, was das denn sein mag. Und wird auch nicht schlauer, wenn man erfährt, dass „seine jüngste Karikaturensammlung … kein Streichelzoo“ ist.
Aber wenn schließlich von der „nach oben offenen Tiefgang-Skala“ berichtet wird, wundert einen gar nichts mehr.

Sich ins Zeug werfen oder in Schale legen?

Stand zwar nur im Essener Lokalteil, ist aber schön genug für einen Aufmacher: „Sie haben sich ins Zeug geworfen, darum ist die Enttäuschung umso größer“ (Montag, 20. Januar, Titelseite Essener Lokalteil). Aber, im Vertrauen: Man legt sich ins Zeug und wirft sich in Schale.

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„Die Geschäfte der Innenstadt sich seit dem Nachmittag geschlossen“ (Donnerstag, 23. Januar, Politik).

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„Beide Seiten kämpfen so lange, bis ihr Land ausblutet. Das kann dauern, wie der im Libanon gezeigt hat“ (ebd.).

Dickbrettbohrer

Wenn es „Dünnbrettbohrer“ gibt, muss es auch „Dickbrettbohrer“ geben. Und die brauchen dicke Bretter zum Bohren. So ungefähr muss die Gedankenkette sein, die zu folgender Stilblüte führt: „Sie wollen dicke Bretter bohren: Revier-Oberbürgermeister machen in Berlin Druck für das Ruhrgebiet“ (Dienstag, 14. Januar 2014, Politik). Und wie man beim Bohren Druck macht, müsste auch noch geklärt werden.

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„Vor allem Jüngere sind dem vollautomatischen Auto aufgeschlossen“ (ebd., Wirtschaft).

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„Die CDU will Europa positiv besetzen“ (ebd. Politik). Na, dann man los!

Sich hinter Lücken zu verstecken

… dürfte nicht ganz einfach sein (vgl. „Ein Loch ist da, wo etwas nicht ist.“ Tucholsky: Zur soziologischen Psychologie der Löcher). Dass es bisweilen dennoch gelingen könnte, befürchtet dieser Kommentar: „Da dürfen sich die Hersteller nicht hinter Gesetzeslücken verstecken“ (Samstag, 11.1.2014, Wirtschaft).

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„Entstehen sollen drei rechteckige Hallen, jeweils 12 000 Quadratmetern groß“ (ebd., Lokalteil Essen).
„Die Zeltstädte vor der Grugahalle, die derzeit für große Hauptverhandlungen nötig sind, wird es nach diesen Umbauten jedenfalls nicht mehr geben (ebd.).

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Patina und Gilb

„Für viele Kläger und Beklagte … wird es unerträglich, wenn die Akten Gilb ansetzen, bis ein Urteil vorliegt“ (Donnerstag, 2.1.2014, Titelseite, Kommentar). Noch schlimmer ist es allerdings, wenn die Akten verpatinaen.

Härtere Spielregeln lassen Ohnmacht aufblitzen

So ein Chodorkowski hat es nicht leicht: „Viele Fragen stürzen auf ihn ein.“ (Montag, 23. Dezember 2013, Tagesthema). Vermutlich will man wissen, wie folgendes nicht passieren konnte: „Die zehn Jahre Lagerhaft haben sich nicht in seine Gesichtszüge eingekerbt.“
Harte Einschnitte, harte Vorwürfe, harte Belagerung. All das mussten wir in den letzten Jahren kennenlernen. Warum dann nicht auch das: „An ihn seien 2003 härtere Spielregeln angelegt worden“.
Aber dann: „Für einen winzigen Augenblick lässt er seine Ohnmacht aufblitzen.
Und dann endlich die Umkehrung des Satzes, wonach wir erst kein Glück hatten, als dann noch Pech dazukam: „Er wusste, dass Genscher ,nichts Schlechtes’ für ihn machen würde. Es kam aber viel besser: ,Er hat Gutes bewirkt.’“ Fassen wir doch zusammen: Gutes ist besser, nein: viel besser als Schlechtes. Wer hätte das gedacht?
Was macht man mit Auflagen? Man legt sie auf. Aber „Auflagen aufgelegt“ klingt doof, also heißt es: „Und hat Putin geheime Auflagen gestellt?“ Und legen Sie bitte den Aufsteller hin!

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„Cruise verklagte den Bauer Verlag auf 50 Millionen Dollar Schadensersatz“ (Montag, 23. Dezember 2013, Leute). Und was geschah mit Bauer Kurt? Der hat doch genauso viel Kühe wie Bauer Verlag!

Praktischer Vorgeschmack

Was, bitte, soll das sein: „Kaum ist die Tinte unter dem Koalitionsvertrag getrocknet, geben Union und SPD einen praktischen Vorgeschmack auf Ihre Interpretation von Wahlversprechen“ (Freitag, 20. Dezember 2013, Kommentar Seite 2). Es mag einen Geschmack einer Interpretation geben, vielleicht auch einen Vorgeschmack darauf. Aber praktisch? Oder unpraktisch? Oder wie?

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Und das hier ist zwar ein Zitat, aber mindestens ebenso daneben: „Die Stellungnahme des Gerichts liegt auf der Linie, die wir bis jetzt die ganze Zeit gezeichnet haben“ (ebd., Titelseite).

Mit engem Draht den Konflikt aufnehmen

„Merkel und die anderen EU-Regierungschefs haben die Ukraine nicht verloren gegeben, sie nehmen den Konflikt mit Putin auf“ (Dienstag, 10. Dezember, Politik). Nur weil man einen Kampf aufnehmen kann, muss das für einen Konflikt nicht auch gelten.
„Schon vor den Bürgerprotesten in Kiew unterhielt die Bundesregierung einen engen Draht zu zu Klitschko und anderen Oppositionellen.“ (ebd.) Wer einen guten Draht zu jemandem hat, hat vermutlich auch eine enge Verbindung. Aber ein enger Draht ist eher eine Würgeschlinge.
„Die Signale sind nicht zu übersehen, die Bundesregierung und mir ihr der Präsident nehmen einen Kältesturz im deutsch-russischen Verhältnis in Kauf. (ebd.)

Daran hat man sich bald gewohnt …

„Bei den Energiekosten sind die Verbraucher mittlerweile einiges gewöhnt“ (Montag, 2. Dezember, Titelseitenkommentar). Warum ist das eigentlich so schwer: Man hat sich an etwas gewöhnt, aber man ist es gewohnt.

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„Aber selbst in vielen Studiengängen falle das Thema hinten unter“ (Dienstag, 3. Dezember, Lokalteil Essen, Arbeit & Soziales).

Lieber statt statt als

„Die … Geburtenrate … zeigt, dass viele Frauen lieber auf Kinder verzichten statt den Vollzeitjob zu opfern“ (Dienstag, 26. November 2013, Titelseitenkommentar). Entweder ohne „lieber“ oder mit „als“ …

Dinge von hinten denken

„Inzwischen denkt auch er die Dinge von hinten“ (Montag, 18.November 2013, Kommentar, Tagesthema). Vielleicht kommt das dabei heraus, wenn man „vorweg“ geht?

Professoren auf Bäumen

„Die Hochschule-Rektoren sind auf dem Baum“ (Donnerstag, 14.November, Tagesthema). Auf welchem Baum? Und warum? Was tun sie da? „Sie haben die Vorteile der Freiheit … genossen.“ Das führt uns aber auch nicht weiter. Vielleicht hat jemand bis drei gezählt. Und da sie sich daran erinnerten, dass allen, die nicht bis drei auf den Bäumen sind, irgendwas Schlimmes passiert, sind sie husch, husch hinauf geklettert.

EU-Kommission faltet Zitronen

Es gibt schon recht witzige Sprüche. Beispielsweise den hier: „Wer glaubt, dass der Verfassungsschutz die Verfassung schützt, der glaubt auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten“. Oder den hier: „Wer glaubt, dass man vom Arbeitsamt einen Job bekommt, der glaubt auch, dass ihm das Ordnungsamt das Zimmer aufräumt“.
Auch WAZ-Redakteure möchten gerne mal witzig sein. Leider kommt dann so etwas dabei heraus: „Wer glaubt, die EU-Kommission sei ein Raum frei von nationalen Interessen, der glaubt auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten“ (Donnerstag, 7. November 2013, Wirtschaft). Toll!

Scheibchenweise dazwischenfunken

„Was aber war die Volkszählung im Vergleich zur weltweiten Spitzelei, die in diesen Monaten scheibchenweise enthüllt wird?“ (Donnerstag, 31.10. Tagesthema). Bestimmt nicht einfach, eine Verhüllung in Scheiben zu schneiden. Das ging mit der Salami einfacher.
„Es gibt jene, die … der Meinung sind, dass man den Geheimdiensten nicht dazwischen pfuschen sollte“ (ebd.). Find ich auch: Entweder nur pfuschen oder dazwischen funken!

Das Tunnel aufstehen lassen

„Das Gotthard-Tunnel kostet so viel wie geplant“ (Samstag, 26. Oktober 2013, Wirtschaft).
Und wenn Offiziere einschlafen, dann müssen die Türen schon mal aufstehen: „Auf den Luftwaffen-Stützpunkten … sind Offiziere in den echten Schaltzentralen für Dutzende der noch insgesamt 450 scharfen Minuteman III-Atomraketen eingeschlafen – und haben die Tür aufstehen lassen“ (ebd., Panorama).