WAZblog

31. August 2009

Heulen und Zähneknirschen

Filed under: Allgemeines — msteinmen @ 20:29

“Dann kommt die Bundestagswahl, nach der ein Heulen und Zähneknirschen in der Republik anheben wird”, kann man heute im Seite-2-Kommentar lesen. Merkwürdig, denn was ist mit dem Klappern? War es gerade nicht greifbar, lag es dem Schreiber nur auf der Zunge, ohne seinen Weg auf die Tastatur und dann in den Artikel zu finden? Wir wissen es nicht.
Genauso wenig, wie wir wissen, wo denn der Sumpf abgeblieben ist, wenn wir ein paar Zeilen später lesen müssen: “Geschlossenheit ist auch angesagt, um sich am eigenen Schopfe aus der Misere zu ziehen.”
Mal ehrlich: Warum kann man Redensarten nicht so lassen, wie sie sind? Warum kann man das Klappern nicht einfach nachschlagen, wenn es einem nicht einfallen will? Und warum merkt da keiner, dass man sich am Zopf zwar aus dem Sumpf, nicht aber aus einer Misere ziehen kann?

29. August 2009

Und wem gedenken wir heute?

Filed under: Allgemeines — msteinmen @ 19:56

Meine Mutter hatte es ja damals schon gewusst: In Comics steht kein richtiges Deutsch. Den Beleg findet man heute in “Blondie”. Hier will Dankwart Briefmarken kaufen und erhält vom Postbediensteten die Information, dass man ein “sehr schönes Sondermarken-Gedenkset” im Angebot habe. Daraufhin fragt er: “Wem oder was gedenken die?” Komischerweise erhält er darauf die Antwort: “All der Preissprünge … bei den Briefmarken”.

28. August 2009

Unfairer

Filed under: Allgemeines — msteinmen @ 19:19

Kann man “Un”-Wörter steigern? Eher nicht, denn wenn etwas “un”-irgendwas ist, dann ist es eben nicht irgendwas und noch nichter geht nicht. Okay, das kling jetzt ziemlich kompliziert. Also ein paar Beispiele: Wenn etwas unschön ist, dann ist es nicht schön. Wenn jemand unfreundlich ist, ist er nicht freundlich. Gibt es trotzdem Leute, die unfreundlicher sind als andere? Und wenn etwas ungesund, also nicht gesund ist, kann es wohl kaum etwas geben, das noch nichter gesund, also ungesünder ist. Oder doch? “Unfairer kann Realität kaum sein”, steht heute im Titelseiten-Kommentar. Und das ist so auch schon fast wieder richtig, weil man auch “unfair” nicht steigern kann.

27. August 2009

Aus europäischen Augen kann es nicht überraschen

Filed under: Allgemeines — msteinmen @ 20:48

“Dass Barak Obama im Alltag seinen Glanz verlieren würde, kann nicht überraschen” müssen wir heute im Seite-2-Kommentar lesen. Warum ist es eigentlich so schwer, das in vernünftigem Deutsch ausdrücken? “Dass Barak Obama im Alltag seinen Glanz verlieren würde, war absehbar.” Oder: “Dass Barak Obama im Alltag seinen Glanz verliert, kann niemanden überraschen.” War doch ganz einfach!
Im nächsten Absatz wird es noch ein bisschen schräger: “Aus europäischen Augen ist Amerika einfach anders.” Stimmt leider nicht. Denn entweder ist es in europäischen Augen anders, oder aus europäischer Sicht.
Also geh’ mir aus den Augen, WAZ!

26. August 2009

Auf den Köpfen der Mitarbeiter herumtrampeln

Filed under: Allgemeines — msteinmen @ 20:03

Oh, Nein! Warum müssen auch Betriebsräte Stuss reden? Und dann noch in solch wichtigen Angelegenheiten. Laut Aufmacher von heute sagt der Opel-Betriebsratschef: “Es kann nicht unendlich so weitergehen, dass GM auf den Köpfen der Mitarbeiter herumtrampelt!” Bei aller berechtigten Empörung: Man kann zwar etwas über jemandes Kopf hinweg entscheiden, man kann kann auch auf den Nerven der Mitarbeiter herumtrampeln – aber das mit dem Herumtrampeln auf Köpfen geht einfach nicht – weder unendlich noch endlich.
Da will dann aber die SPD-Landesvorsitzende noch einen draufsetzen: “Ich finde den Poker auf dem Rücken der Beschäftigten unerträglich.” Ich auch, weil ich mir so etwas immer gleich bildlich vorstelle.
Mit dem Poker hat es auch der CDU-Außenexperte: Seiner Ansicht nach “dürfe GM die ‘Pokerpartie um Opel’ nicht überreizen.” Ob ihm hier vielleicht ein bisschen Skat reingerutscht ist? 18, 20, Zwo, Null, Royal Flush … äh!

25. August 2009

Sich im Gegenteil mit dem Rücken an die Wand stellen

Filed under: Allgemeines — msteinmen @ 19:58

Geht alles (und folgt).

24. August 2009

Nix?

Filed under: Allgemeines — msteinmen @ 20:44

Bisher nix gefunden …

22. August 2009

Eine gewisse Abgebrühtheit könnte sich einschleichen

Filed under: Allgemeines — msteinmen @ 10:33

… und dann? (folgt)

21. August 2009

Händel an Selle in Deuschland

Filed under: Allgemeines — msteinmen @ 05:28

Mit folgenden Fragen überrascht uns einer der Seite-2-Kommentare: “Lernen das nicht schon die Erstklässler: Dass man Äpfel nicht mit Birnen vergleichen soll? Und dass man Leuten nicht trauen kann, die behaupten, dass es egal ist, wie viele Nährstoffe das Obst enthält – Hauptsache es verkauft sich gut?” Das mit den Äpfeln kann man ja noch nachvollziehen, aber das mit den Nährstoffen? Das lernen Erstklässler? Zwischen dem Alphabet und dem kleinen Einmaleins? Also, dann wird unseren Kindern doch ein bisschen viel zugemutet …
Doch es folgt am Ende des Artikels noch eine weitere gute Frage: “Wie rekrutiert man an Selle gehetzter Karrieristen junge Menschen, die Zeit hatten, so erwachsen zu werden, wie sie es angesichts der multimorbiden Weltlage sein müssen?”

Die Frage muss dann wohl auch unbeantwortet bleiben, denn die Politik-Seite hält Folgendes für uns bereit: “Möglicher Grund könnte ein sogar schriftlich fixierter Händel zwischen Schröder und Josef Esch gewesen sein.” Gemeint ist hier ein Abkommen, ein Händel ist allerdings das genaue Gegenteil: Auseinandersetzung, Handgemenge, Handgreiflichkeiten, Rauferei usw.
Aber macht nichts, denn “Josef Esch, Köln und die Superreichen Deuschlands, auch das sind Beziehungsgeflechte von besonderer Delikatesse.”

20. August 2009

Dort in die Kopfpauschale hineinschreiben

Filed under: Allgemeines — msteinmen @ 20:56

“Wie mutig und zukunftsweisend war die CDU”, fragt der Chefredakteur heute im Seite-2-Leitartikel, “als sie nicht nur die Kopfpauschale strich, sondern dort hinein auch allerhand schrieb, was die Lobbyisten reicher, die Parteien aber ärmer macht (siehe Wirtschaftsteil)?”
Versteht das jemand? Ich meine nicht nur das mit den Lobbyisten und den Parteien. Das ist zwar schon komplett unverständlich, aber noch nichts gegen die Kopfpauschale, in die allerhand hineingeschrieben worden ist.
Und doch: Es ist noch zu toppen. “Wäre das anders, der Blick würde frei auf die Kleider der Kaiserin”, lautet Schlusssatz des Artikels. Und lässt uns Leser in totaler Verwirrung zurück. Denn die Geschichte um “des Kaisers neuen Kleider” haben wir ganz anders in Erinnerung: Hier waren es geschickte Betrüger, die einen Kaiser und seinen ganzen Hofstaat narrten, in dem sie ihm angeblich Kleider aus einem Stoff anfertigten, den angeblich nur Leute sehen konnten, die nicht dumm seien. Tatsächlich aber nähten sie – nichts. Doch da niemand sich die Blöße geben wollte, die Stoffe und die Kleidung nicht sehen zu können, kamen sie mit ihrem Betrug durch. Soweit das Märchen.
Aber was hat das jetzt mit einem verstellten Blick auf Kleider der Kaiserin zu tun, der jetzt frei wird? Auch wenn das Ganze mit “Merkels Kleider” überschrieben ist, hilft es uns wenig weiter.
Vermutlich muss man dazu die Kopfpauschale lesen …

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