Hoffnungsanker mit der Brechstange umdrehen

Hoffnungsschimmer und Hoffnungsträger gibt es reichlich. Dazu gesellt sich jetzt ein neues Instrument: „Ein Bündnis von SPD, Grünen und FDP galt Sozialdemokraten lange als Hoffnungsanker (Dienstag, 23.7.2013, Politik).

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Und wenn schon falsche Bilder gepflegt werden, will der Essener Lokalchef natürlich nicht zurückstehen: „Etwas ganz anderes ist es aber, eine pragmatisch getroffene Mehrheitsentscheidung nicht zu akzeptieren und zu versuchen, sie mit der Brechstange umzudrehen“ (Donnerstag, 25.7.2013, Essener Lokalteil, Seite2).

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In der Essener Lokalredaktion scheint man zurzeit ohnehin ein bisschen abgedreht zu sein. So teilt man den Leserinnen und Lesern mittels einer nicht zu übersehenden Unterzeile mit: „Unternehmer erwägt, die Stadt bei der Neugestaltung am Varnhorstkreisel unterstützten, möchte aber anonym bleiben“ (Freitag, 26.7.2013, Titelseite Lokales Essen).

Nicht am Bild kratzen

Warum sollte man das auch tun? Wenn schon, dann kratzt man ja am Lack. Dennoch müssen wir Folgendes lesen: „Vor der Bundestagswahl … soll niemand am Bild Angela Merkels als erfolgreiche Krisenmanagerin kratzen.“ (Dienstag, 16.7.2013, Tagesthema).
Und auch die falsche Bewegung ein paar Absätze weiter passt nicht so recht: „Sie spielen gern mit beim Euro-Mikado, bei dem sich bloß keiner falsch bewegen darf“ (ebenda).

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Rechtsextreme Gefahr ist also ständig da. Sie zeigt sich vielfältig, ist verwoben mit anderen Szenen wie die der Rocker … Sie ist skrupellos und riskiert jederzeit den Tod Unbeteiligter. Sie kann vor allem in nackten Terror umschlagen“ (Donnerstag, 18.7.2013, Tagesthema). Die Gefahr ist verwoben, skrupellos und kann in Terror umschlagen?

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Und eine Beförderung haben wir auch noch: „Die Waffen-Lobby … hat das Zustandekommen von ‚Stand Your Ground‘ befördert“ (Montag, 15.7.2013, Politik).

Was oberirdisch durch die Emscher stinkt

Formulierungen wie „es ist Gelsenkirchen und brütend heiß“ mag man ja noch als WAZ-Poesie durchgehen lassen. Aber beim Satz danach ist Hopfen und Malz endgültig verloren: „Ingenieure rollen Einkaufswagen mit Bauhelmen über den Schotter, und wo einst verschwinden soll, was nun noch oberirdisch durch die Emscher stinkt, leuchtet es bunt“ (Montag, 8.7.2013, Rhein-Ruhr).

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„Durften Abonnenten … Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre auf ihrem Ticket mitnehmen …“ (Dienstag, 9.7.2013, Wirtschaft).

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„Die wuchtige Stahltür … ist hart belagert (Samstag, 13.7.2013, Politik). Nach harten Einschnitten und eine harte Belagerung – man darf gespannt sein, was da noch alles auf uns zu kommt …