In ein Wespennest stoßen und die Leinen in der Hand behalten

Ja, Redensarten sind nicht leicht zu beherrschen. Immer wieder flutschen sie einem weg und dann entsteht Unsinn. Das passiert z.B. in der Dienstags- und der Mittwochsausgabe.

Doch beginnen wir mit dem Montag (22.3.), wie es sich gehört. Hier finden wir in einem der Seite-2-Kommentare außerordentlich blumige Formulierungen, wie diese hier: „Realpolitisch ist der vor Systemwechselgelüsten randvolle Programmentwurf ein Schuss in den Ofen“. Da sind die Systemwechselgelüste schon ein echter Hit, den man kaum toppen kann. Selbst, wenn der Programmentwurf randvoll und gleichzeitig ein Schuss in den Ofen ist. Aber warum ist er „vor“ etwas voll, anstatt von? Tja, diese Frage muss wohl mal wieder unbeantwortet bleiben …
Schön ist aber auch der nächste Satz: „Setzen sich beim Feinschliff die Dogmen-Verwalter der Verstaatlichungs-Rhetorik durch, verabschiedet sich die Linke von jeder Anschlussfähigkeit im Bund.“ Aha. Da sollte man sich doch von jedem Dogmen-Verwalter verabschieden, auch wenn man nicht weiß, was das ist, oder?
Und bei der Gelegenheit kann man sich auch gleich vom Genitiv mit verabschieden: „Auf ihren Erfahrungsschatz aus 20 Jahren deutsche Einheit wird es ankommen, um das einfältige Sozialismus-Gespenst zu vertreiben“.