{"id":268,"date":"2009-05-02T19:56:49","date_gmt":"2009-05-02T21:56:49","guid":{"rendered":"http:\/\/wazblog.de\/blog\/?p=268"},"modified":"2009-05-09T16:30:49","modified_gmt":"2009-05-09T18:30:49","slug":"uberbietungswettbewerb-mit-folterinstrumenten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wazblog.de\/blog\/uberbietungswettbewerb-mit-folterinstrumenten\/","title":{"rendered":"&#220;berbietungswettbewerb mit Folterinstrumenten"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Der <strong>&#220;berbietungswettbewerb mit Folterinstrumenten,<\/strong> den sich Bsirske, Sommer und Co. gestern geleistet haben, wirkte gleichwohl ein wenig l&#228;cherlich&#8220;, schreibt die WAZ heute im Seite-2-Kommentar. Ich finde ihn eher etwas unverst&#228;ndlich, wei&#223; man doch nicht, ob es es sich um einen Wettbewerb handelt, der <em>mit<\/em> Folterinstrumenten <em>ausgetragen<\/em> wird oder um einen Wettbewerb, der kl&#228;ren soll, wer die b<em>esten Folterinstrumente hat.<\/em> Und wenn dass gekl&#228;rt sein sollte, wei&#223; man noch immer nicht, was ein &#8222;&#220;berbietungswettbewerb&#8220; ist. Zumal es das Wort bisher noch nicht gab und ein Wettbewerb in vielen F&#228;llen damit zu tun hat, dass sich die Teilnehmer gegenseitig zu &#252;ber<em>treffen<\/em> suchen, was manche vielleicht f&#252;r &#252;berbieten halten k&#246;nnten. Letzteres findet allerdings eher in einer Versteigerung als in einem Wettbewerb statt.<br \/>\nNachdem das also schon ungekl&#228;rt bleiben muss, verwirrt uns dieses hier noch ein bisschen mehr: &#8222;Diese Krise ist aber nicht zu bew&#228;ltigen, indem <strong>der Berufsstand der Bosse am Pranger steht.<\/strong> Deutschland braucht gute Manager, um den <strong>Schlamassel zu bew&#228;ltigen.&#8220;<\/strong> Denn was ist das f&#252;r ein Berufstand: &#8222;Bosse&#8220;? Und wenn es ihn g&#228;be, w&#252;rde er nicht am Pranger stehen, sondern dorthin gestellt werden. Und einen Schlamassel bew&#228;ltigt man auch nicht, sondern man wird da herausgezogen oder zieht jemanden heraus. Also wer steht hier wo und wer macht was?<br \/>\nWir werden es nie erfahren und uns stattdessen mit folgendem R&#228;tselwort besch&#228;ftigen m&#252;ssen: &#8222;Aber<strong> soziale Verwerfungen herbeizureden<\/strong> mit dem <strong>Fingerzeig<\/strong> auf &#8218;die da oben&#8216;, ist billigster Populismus und vergisst, dass <strong>unsere Marktwirtschaft der Sozialpartnerschaft einen Wohlfahrtstaat begr&#252;ndet.&#8220;<\/strong><br \/>\nSind schon die sozialen Verwerfungen so gut wie unm&#246;glich herbeizureden, ist der Fingerzeig schon v&#246;llig fehl am Platze (weil es sich dabei um einen guten Tipp handelt), so ger&#228;t der Satz dann am Ende vollends aus der Kurve: Die Marktwirtschaft begr&#252;ndet der Sozialpartnerschaft einen Wohlfahrtstaat? (Der vielleicht auch besser ein Wohlfahrt<strong><em>-s-<\/em><\/strong>staat sein sollte.) Oder sollte es die <em>Marktwirtschaft der Sozialpartnerschaft<\/em> sein, die einen Wohlfahrtsstaat begr&#252;ndet? Alles eher Unsinn.<br \/>\nVielleicht darf ich mal einen Fingerzeig geben: Bevor man einen &#220;berbietungswettbewerb mit Phrasen startet, bei dem die Folterinstrumente am Pranger stehen, sollte man weniger herbeireden, sonst landet man in einem sprachlichen Schlamassel, den man nicht bew&#228;ltigen kann und aus dem einen auch keiner mehr rauszieht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Der &#220;berbietungswettbewerb mit Folterinstrumenten, den sich Bsirske, Sommer und Co. gestern geleistet haben, wirkte gleichwohl ein wenig l&#228;cherlich&#8220;, schreibt die WAZ heute im Seite-2-Kommentar. 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