{"id":143,"date":"2008-12-17T16:19:54","date_gmt":"2008-12-17T16:19:54","guid":{"rendered":"http:\/\/wazblog.de\/blog\/?p=143"},"modified":"2008-12-25T22:02:26","modified_gmt":"2008-12-25T22:02:26","slug":"geruchte-verteilung-auf-dem-prominentesten-roten-teppich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wazblog.de\/blog\/geruchte-verteilung-auf-dem-prominentesten-roten-teppich\/","title":{"rendered":"Ger&#252;chte-Verteilung auf dem prominentesten roten Teppich"},"content":{"rendered":"<p>O Mann, ist das viel heute! Aber ich kann nichts dazu: Ich schreibe nur auf, was ich finde. Und das ist heute eben wieder eine ganze Menge:<\/p>\n<p>Schon im Kommentar auf der Titelseite springt uns ein gleicherma&#223;en unverst&#228;ndlicher wie bemerkenswerter Satz ins Auge: &#8222;Bei der <strong>Ger&#252;chte-Verteilung<\/strong> spielt jeder sein eigenes Spiel, die <strong>gebotene Pflicht<\/strong> zur sofortigen Beweisf&#252;hrung gilt offenbar nicht mehr.&#8220; Ger&#252;chte-Verteilung! Was muss man sich darunter vorstellen? Eine Art Essensausgabe bei der Ger&#252;chtek&#252;che? Heute werden hier 1a-Ger&#252;chte verteilt! Aber nur, wenn wir dabei noch ein eigenes Spiel spielen d&#252;rfen! Und so gilt dann auch die gebotene Pflicht nicht mehr. Nur noch die ungebotene.<\/p>\n<p>Im Artikel direkt daneben lesen wir, dass Betriebe, die Finanzinvestoren geh&#246;rten, &#8222;mangels Eigen<strong>kapital<\/strong> schnell in Zahlungsschwierigkeiten\u2026 &#8220; gerieten. Wieder einmal wird der Dativ gerettet, wo er gar nicht hingeh&#246;rt. Aber es gibt ja immer eine Gelegenheit, <em>ihm<\/em> anzuwenden, manchmal auch mangels grammatikalischen Eigen<em>kapitals<\/em>. Oder wie die WAZ schreiben w&#252;rde: &#8222;mangels grammatikalischem Eigenkapital&#8220;. Tut das weh!<\/p>\n<p>Und die Schmerzen nehmen noch lange kein Ende. Im Kommentar auf Seite 2 z.B. &#8222;f&#252;llen so viele Vorschl&#228;ge den &#246;ffentlichen Raum&#8220;, dass man sich fragt, wie der das aushalten soll. Zumal der &#246;ffentliche Raum der ebenerdige Teil einer Gemeindefl&#228;che ist, was schon <a href=\"http:\/\/wazblog.de\/blog\/?s=&#246;ffentlicher+Raum\">im Artikel vom 12.12.<\/a> schief gelaufen ist und weshalb an dieser Stelle die Frage erlaubt sein muss, ob wirklich jeglicher Unsinn, den ein WAZ-Autor schreibt, auch zwangsl&#228;ufig von den anderen WAZ-Autoren abgeschrieben werden muss.<\/p>\n<p>Da kann man nur hoffen, das das Folgende aus dem nebenstehenden Artikel keine Nachahmer findet: &#8222;Solch eine <strong>Gespr&#228;chsbitte &#252;ber<\/strong> die Verwendung von Zuwendungen sei allerdings ungew&#246;hnlich\u2026&#8220; Dies ist ein ganz besonderes Beispiel <em>&#252;ber<\/em> den Gebrauch der <a href=\"http:\/\/wazblog.de\/blog\/?s=Universalpr&#228;position\">Universalpr&#228;position<\/a>: Eine Bitte <em>&#252;ber<\/em>\u2013 und sei es auch eine <em>Gespr&#228;chs<\/em>bitte \u2013 ist leider komplett unm&#246;glich. Ein <em>Gespr&#228;ch &#252;ber<\/em> geht schon, aber was machen wir mit der Bitte, bitte?<\/p>\n<p>Auf der Seite &#8222;Rhein-Ruhr&#8220; finden wir auch wieder eine Menge schr&#228;ger Formulierungen. &#220;berhaupt ist die Serie &#8222;Spendenaktion f&#252;r Bangladesh&#8220; eine Fundgrube (ich habe schon mehrfach daraus <a href=\"http:\/\/wazblog.de\/blog\/?s=Rinnstein\">zitiert<\/a>). Es beginnt mit: &#8222;Wie sollten die einfachen Leute, in diesem Land am Golf von Bengalen, weit weg von Deutschland und Europa, fern von Bildung und &#252;berhaupt einer Idee von internationalen Beziehungen.&#8220; Wie sollten die <em>was?<\/em><br \/>\nR&#228;tselhaft ist dann auch die Formulierung im n&#228;chsten Absatz, in dem von einem Besuch Christina Raus die Rede ist: &#8222;Und wenn die 52-J&#228;hrige, die selbst zwei T&#246;chter und einen Sohn gro&#223;gezogen hat, ein Kind auf den Arm nimmt oder in den Arm, dann, weil sie es meint. Und sie tut <strong>das<\/strong> oft.&#8220; Was tut sie oft? Ein Kind auf den Arm nehmen? Oder oft etwas meinen?<br \/>\nEgal, denn sie &#8222;ist eine, die sich im Wohnheim der ungewollt schwangeren M&#228;dchen zu den M&#252;ttern auf die Erde setzt und ihre Babys streichelt.&#8220; Sind das die M&#252;tter der M&#228;dchen oder die der Babys?<br \/>\nScheint nicht wichtig zu sein, &#8222;weil <strong>sich<\/strong> den Leuten <strong>das Gef&#252;hl vermittelt:<\/strong> Dieser fremden Frau kann ich vertrauen.&#8220; Das wusste ich noch gar nicht: Ein Gef&#252;hl ist nichts, was man f&#252;hlt, nein, es vermittelt sich einem.<\/p>\n<p>Auf der zweiten &#8222;Rhein-Ruhr&#8220;-Seite wird dann ein &#8222;Schl&#252;sselwerk deutscher Literatur \u2026 aus der Taufe gehoben&#8220;, gemeint ist die Filmpremiere von Buddenbrooks. Und hier finden wir auch den &#8222;roten Teppich \u2013 &#252;brigens einer der l&#228;ngsten und <strong>prominentesten,<\/strong> den Essen seit langem <strong>erlebte&#8220;. <\/strong> Wie erlebt man einen roten Teppich? Au&#223;erdem hab ich ihn mir angeschaut: Er war recht unscheinbar, und <em>prominent<\/em> waren allenfalls die Schauspieler, die darauf herum liefen\u2026<\/p>\n<p>Auf der Politik-Seite wird gefragt: &#8222;Kann Europa Wohltaten verteilen?&#8220; Ich glaube nicht, denn Taten kann man eigentlich nur \u2026 &#228;h\u2026 <em>tun,<\/em> wie sollte man sie verteilen?<\/p>\n<p>Im Artikel darunter &#8222;\u2026 entwickelten sich nach der letzten Kommunalwahl 2004 Ratssitzungen zu Marathon-Veranstaltungen mit <strong>zweifelhaftem Wirkungsgrad,<\/strong> weil zehn Fraktionen, Gruppen und Einzelk&#228;mpfer <strong>um das Wort ringen<\/strong>.&#8220; Das stelle ich mir sch&#246;n vor, wie Fraktionen, Gruppen usw. mit zweifelhaften Wirkungsgrad, <em>nach Worten ringend, <\/em> auch noch mit einander ringen\u2026<\/p>\n<p>Auf der Kulturseite (ausgerechnet!) steht die Headline: &#8222;Maurice Jarre erh&#228;lt Berliner Ehren<strong>b&#228;r&#8220;,<\/strong> w&#228;ren wir im zugeh&#246;rigen Artikel erfahren, dass er &#8222;im kommenden Jahr mit dem Goldenen Ehren<em>b&#228;ren<\/em> ausgezeichnet&#8220; wird. Warum nicht gleich so?<\/p>\n<p>Auf der &#8222;Welt&#8220;-Seite ist der <strong>&#8222;Terrorschreck<\/strong> mitten im Pariser Weihnachtstrubel\u2026&#8220;, und da <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Terror\">&#8222;Terror&#8220;<\/a> zu deutsch &#8222;Schrecken&#8220; hei&#223;t, haben wir es also mit einem Schreckenschreck zu tun. Vielleicht ist das sowas wie der FIlmfilm von Sat1?<\/p>\n<p>Einen (Artikel) hab ich noch: Auf der Seite &#8222;H&#246;ren und Sehen&#8220; ist zun&#228;chst die Rede von einer Heilerin, die durch <strong>d&#246;rfliches Handauflegen<\/strong> mehr bewirkt als die Chemo\u2026&#8220;, was ich hier mal unkommentiert stehen lassen will, und dann von &#8222;Menschen, die auch gern mal Elmar Gunsch als Weihnachtsmann sehen w&#252;rden oder Iris Berben als Oster<strong>hase&#8220;,<\/strong> w&#228;hrend ich sie viel lieber als Oster<em>hasen<\/em> gesehen h&#228;tte.<br \/>\nUnd dann haben wir in dem Artikel noch eine Schlussbemerkung, die ich gar nicht verstehe: &#8222;Die Zeit sagt man, heilt alle Wunden. Die Heilerin, sagen wir, l&#228;sst einen sich wundern, wohin die GEZ <strong>zeitverbrennende Mittel<\/strong> flie&#223;en l&#228;sst.&#8220; Um so etwas zu schreiben, muss man doch schon ein bisschen zeitverbrannt sein, oder?<br \/>\nAber vielleicht reicht ja auch ein Terrorschreck aus, damit eine Gespr&#228;chsbitte &#252;ber den Ehrenb&#228;r nach Worten ringt und sich mir das Gef&#252;hl vermittelt, bei der Ger&#252;chte-Verteilung im &#246;ffentlichen Raum die gebotene Pflicht\u2026 &#228;h\u2026 Tut mir leid, den Satz kriege ich nicht mehr zu Ende. Vielleicht sollte ich bei der WAZ anfangen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>O Mann, ist das viel heute! Aber ich kann nichts dazu: Ich schreibe nur auf, was ich finde. 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