{"id":106,"date":"2008-11-08T00:29:27","date_gmt":"2008-11-07T22:29:27","guid":{"rendered":"http:\/\/wazblog.de\/blog\/?p=106"},"modified":"2008-11-10T22:20:48","modified_gmt":"2008-11-10T20:20:48","slug":"hochkaratigste-unertraglichkeit-ramponiert-den-vertrauensvorrat-in-politikergraben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wazblog.de\/blog\/hochkaratigste-unertraglichkeit-ramponiert-den-vertrauensvorrat-in-politikergraben\/","title":{"rendered":"Hochkar&#228;tigste Unertr&#228;glichkeit ramponiert den Vertrauensvorrat in Politikergr&#228;ben"},"content":{"rendered":"<p>Die Seite 2 hat es mal wieder in sich. Hier finden wir im Artikel &#252;ber &#8222;Obamas Dreamteam&#8220; einen &#252;berraschenden Superlativ: &#8222;In Washington dreht sich das <strong>hochkar&#228;tigste<\/strong> Personalkarussell&#8220;. Wie steigert man hochkar&#228;tig? Zugegeben: &#8222;h&#246;herkar&#228;tig&#8220; bzw. &#8222;h&#246;chstkar&#228;tig&#8220; klingt auch doof. Aber muss man deshalb gleich zu einem Neologismus greifen? Vielleicht sollte man hier einfach mal nicht steigern, weder &#8222;hoch&#8220; noch &#8222;kar&#228;tig&#8220;, denn ich w&#252;sste nicht mal von Gold, dass es hoch-, h&#246;her oder <em>am h&#246;chstkar&#228;tigsten<\/em> w&#228;re.<\/p>\n<p>Man m&#246;chte fast mit den Worten des ersten Kommentators sagen: &#8222;diese hessischen Verh&#228;ltnisse n&#228;herten sich der Unertr&#228;glichkeit&#8220;. Das finde ich auch! Zumal, wenn dann noch formuliert wird: &#8222;\u2026 eine Gro&#223;e Koalition h&#228;tte \u2026 den Vertrauensvorrat der SPD noch mehr ramponiert.&#8220; Denn eine Vertrauensvorschuss wird <em>aufgebraucht<\/em>, indes ein <em>Ansehen<\/em> ramponiert, aber bei der WAZ kann man das nat&#252;rlich vereinfachen und zu einem Ausdruck zusammen ziehen.<br \/>\n&#196;hnlich ist es mit den &#8222;geifernden SPD Kontrahenten&#8220;, womit vermutlich keine <strong>Kontrahenten der SPD<\/strong> (wie der Ausdruck nahelegt), sondern entsprechende <em>innerhalb<\/em> der Partei gemeint sind, denn der n&#228;chste Satz lautet: &#8222;Was sich derzeit zwischen den Lagern der Ypsilanti-Getreuen und dem Umfeld der Abweichler an Gift und Galle abspielt&#8220;, was aber wiederum Bl&#246;dsinn ist, denn Gift und Galle spielt sich nicht ab, sondern wird gespuckt (auch wenn es unappetitlicher sein sollte).<br \/>\nUnd wenn ich den letzte Satz lese, h&#228;tte ich sogar Lust dazu: &#8222;Aber <strong>zum<\/strong> Ansehen einer Partei \u2026 <strong>gereicht<\/strong> es in gar keinem Fall.&#8220; Denn wenn etwas <em>gereicht,<\/em> dann normalerweise zur Ehre, zum Ansehen k&#246;nnte es allenfalls <em>reichen.<\/em><\/p>\n<p>Leider ist der andere Kommentar auf der Seite auch nicht besser. Der beginnt mit dem Satz: &#8222;Man liest viel &#252;ber die Erwartungen, die Barack Obama in der Welt geweckt hat, immer mit der Frage <strong>unterlegt,<\/strong> ob er diese wird erf&#252;llen k&#246;nnen.&#8220; Nachdem man es sich gestern noch &#8222;jenseits der Frage&#8220; schwer getan hat, wird heute was mit einer Frage unterlegt \u2026<br \/>\nAber es kommt noch schlimmer: &#8222;Politiker aller Parteien klettern aus ihren Gr&#228;ben \u2026&#8220; und, nachdem sie einige Zeit drau&#223;en waren, &#8222;m&#252;ssen Bundesb&#252;rger zusehen, wie die einheimischen Politiker wieder in ihre Parteigr&#228;ben steigen, um sich von dort aus gegenseitig mit Forderungen und Kritik zu bewerfen.&#8220; He, das ist wirklich witzig! An so manchem WAZ-Kommentator ist wahrhaft ein Komiker verloren gegangen. Da klettern die erst aus den Gr&#228;ben, in die sie anschlie&#223;end wieder steigen, und fangen dort an, sich gegenseitig zu bewerfen. Und nicht etwa mit Schmutz oder Erdklumpen. Sondern mit Forderungen und Kritik. Da sage noch einer, unsere Politiker seien unf&#228;hig!<br \/>\nOder gar: &#8222;In der Bundesrepublik sinkt das Interesse an Politik <strong>in<\/strong> Erdn&#228;he!&#8220; Leider wird das aber gesagt. Und zwar im selben Kommentar, eine Zeile weiter. Und was soll die arme Politik nun machen, wo das Interesse an ihr <em>in<\/em> Erdn&#228;he sinkt? (Vermutlich wegen der Anziehungskraft der Erde.) Sich in h&#246;here Sph&#228;ren begeben? Auf den Mond ausweichen? Oder lieber versuchen, das Interesse <em>auf<\/em> Erdn&#228;he zu bringen? Klingt aber auch nicht besonders &#252;berzeugend \u2026<br \/>\nAber vielleicht das hier: &#8222;Obamas Worte sind bislang nur Worte, und noch stellt der k&#252;nftige Pr&#228;sident eine Projektionsfl&#228;che dar. Aber diese Projektionsfl&#228;che zieht Sehns&#252;chte an, die keiner Nationalit&#228;t unterworfen sind.&#8220; Das kann ja auch gar nicht gehen, denn ich kenne eigentlich keine Sehns&#252;chte, die irgendeiner Nationalit&#228;t unterworfen sind. Ganz zu schweigen von einer Projektionsfl&#228;che, die Sehs&#252;chte anzieht.<br \/>\nDabei w&#228;ren &#8222;in diesen geldgierigen armen Zeiten \u2026 viele Deutsche wom&#246;glich schon froh, wenn sie &#252;berhaupt eine Projektionsfl&#228;che h&#228;tten&#8220;, hei&#223;t es weiter. Warum? Weil sie diese dann verkaufen k&#246;nnten? Und seit wann sind arme Zeiten geldgierig? Oder geldgierige Zeiten arm? Und was soll das alles &#252;berhaupt hei&#223;en?<br \/>\nAber jetzt &#8222;starren&#8220; die Deutschen auf &#8222;Leinw&#228;nde, auf denen Politiker &#252;ber Erbschaftssteuer, Linkspartei und all die kleinen Schrauben sprechen, an denen sie eines Tages drehen werden \u2026&#8220; Da w&#228;re ich doch jetzt richtig froh, wenn ich jetzt eine Projektionsfl&#228;che h&#228;tte, die mir zeigen k&#246;nnte, was die Erbschaftssteuer mit der Linkspartei und kleinen Schrauben zu tun hat! Aber wo ist das Ding hin? Vermutlich verh&#246;kert! Und zwar von armen geldgierigen Zeiten!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Seite 2 hat es mal wieder in sich. Hier finden wir im Artikel &#252;ber &#8222;Obamas Dreamteam&#8220; einen &#252;berraschenden Superlativ: &#8222;In Washington dreht sich das hochkar&#228;tigste Personalkarussell&#8220;. Wie steigert man hochkar&#228;tig? 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