{"id":105,"date":"2008-11-07T00:46:53","date_gmt":"2008-11-06T22:46:53","guid":{"rendered":"http:\/\/wazblog.de\/blog\/?p=105"},"modified":"2008-11-10T22:25:17","modified_gmt":"2008-11-10T20:25:17","slug":"donnerstach","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wazblog.de\/blog\/donnerstach\/","title":{"rendered":"Sich um die Frage herumschleichen"},"content":{"rendered":"<p>Man wei&#223; ja nicht, ob er\u2019s wirklich so gesagt hat, der Helmut an de Meulen, Vorsitzender des Vereins Pro Ruhrgebiet. Zumindest wird er in der WAZ von Donnerstag auf der &#8222;Rhein-Ruhr&#8220;-Seite so zitiert: &#8222;Niemand soll <strong>sich<\/strong> um die Frage ,Wie h&#228;ltst Du\u2019s mit der Stadt Ruhr\u2019 <strong>herumschleichen<\/strong> k&#246;nnen&#8220;.<br \/>\nLeider kann das ohnehin niemand. Man kann <em>sich herumtreiben, <\/em>oder um <em>etwas herumschleichen<\/em>, vielleicht kann man sogar <em>sich schleichen,<\/em> (was im &#214;sterreichischen soviel hei&#223;t wie abhauen), alles andere ist ziemlicher Humbug, und gemeint war wohl eher, dass sich niemand um die <em>Beantwortung<\/em> dieser Frage <em>dr&#252;cken<\/em> k&#246;nnen soll. Insofern hat der Vorsitzende sein Meulen ein bisschen &#252;berstrapaziert (wenn man mir bitte diesen Kalauer verzeihen m&#246;ge), ansonsten war es ein sch&#246;ner Satz.<\/p>\n<p>Was man von diesem hier auf der Politik-Seite nicht unbedingt behaupten darf: &#8222;Jenseits der Frage \u2013 Wieso Ulf aus Deutschland? \u2013 tut man sich schwer mit der Vorstellung \u2026&#8220; Wieso jenseits? Warum nicht diesseits? (Ich vermute, der Autor hat diese unsinnige Formulierung im Koch-Interview gelesen, und sie scheint ihm auch noch gefallen zu haben!) Warum nicht ober- oder unterhalb der Frage?<\/p>\n<p>Und im Artikel darunter &#8222;haben die Vereinigten Staaten ihre Obsession mit der Verschiedenheit und Unvereinbarkeit der Rassen abgelegt, sie entwickeln sich zu einer <strong>halbwegs farbenblinden<\/strong> Nation.&#8220; Den ein bisschen konstruierten Zusammenhang zwischen Hautfarbe und Farbenblindheit k&#246;nnte man vielleicht noch verzeihen, aber wie ist man <em>halbwegs<\/em> farbenblind?<br \/>\nAuch der n&#228;chste Satz ist nicht besser: &#8222;Dazu hat der Kandidat Barack Obama erheblich beigetragen \u2013 indem er selbst nicht dem Stereotyp gehorchte, das wei&#223;e W&#228;hler <strong>&#252;ber<\/strong> schwarze Politiker pflegen.&#8220; Denn auch hier ist die Universalpr&#228;position &#8222;&#252;ber&#8220; mal wieder v&#246;llig fehl am Platz, weil man ein Stereotyp <em>von<\/em> einer Erscheinung pflegt, mal abgesehen davon, dass ich nicht wei&#223;, wie man ihm <em>gehorchen<\/em> sollte, wenn man ihm schon nicht <em>entspricht.<\/em><br \/>\nUnd gegen Ende des Artikels muss man dann noch lesen, dass Obama &#8222;,cool&#8216; genug (war), um den kosmopolitischen Schmelztiegel zu verk&#246;rpern.&#8220; Da wundert mich dann gar nichts mehr.<\/p>\n<p>Auf der Kulturseite (Kommentar, rechte Spalte) &#8222;stehen CDU und Gr&#252;ne \u2026 in der Kaufmann-Frage in Frontalstellung&#8220;. Hier kann man wieder einmal nur raten, was gemeint war. Stehen sie <em>frontal gegeneinander<\/em> oder <strong>beziehen sie frontal Stellung?<\/strong> Vielleicht gibt es aber auch Fronten in der Auseinandersetzung? Werden wir es je herausfinden?<br \/>\nWohl kaum, denn: &#8222;Diese Essener Gemengelage l&#228;sst sich nicht durch Zahlenpr&#252;fungen allein entwirren.&#8220; Das f&#252;rchte ich auch, denn eine <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gemengelage\">Gemengelage<\/a> hat in erster Linie mit Grundst&#252;cken zu tun, auch wenn dieser Begriff in letzter Zeit h&#228;ufig in den Medien auftaucht, wenn von irgendeiner un&#252;bersichtlichen oder gef&#228;hrlichen Mischung die Rede ist. Aber selbst die kann man nicht <em>entwirren<\/em>, dass kann man allenfalls mit F&#228;den oder einem Kn&#228;uel.<br \/>\nUnd da hilft es auch nicht weiter, &#8222;den klaren organisatorischen Schnitt zu machen&#8220;, wie uns der Artikel weiter empfiehlt. Weil ich mir einen organisatorischen Schnitt nicht vorstellen kann, sei er nun klar oder unklar. Wobei ich allerdings schon froh bin, dass es diesmal keine klare Kante ist.<\/p>\n<p>Zu guter Letzt haben wir dann noch ein sprachliches Kleinod auf der &#8222;Menschen&#8220;-Seite, das ich hier in weiten Teilen unkommentiert wiedergeben m&#246;chte:<br \/>\n&#8222;Essen. 15 Jahre. So viel liegt zwischen diesen Bil<strong>der<\/strong>: Zwischen Becker und Sandy Meyer-W&#246;lden, die ex-verlobt wurde mit zwei d&#252;rren S&#228;tzen ihres Boris. &#8218;Wir beide haben den Alltag nicht zusammen geschafft \u2026&#8216; Der Alltag spielte sich wohl eher zwischen New York, Paris, M&#252;nchen ab <strong>denn<\/strong> zwischen Waschmaschine, Berufsverkehr und Supermarkt \u2026&#8220;<br \/>\nUnd weiter: &#8222;Medienberater meinen ja, Becker <strong>verscherze<\/strong> mit seinen Frauengeschichten sein Image. <strong>Da<\/strong> haben die Medienberater bestimmt lange &#252;berlegt <strong>f&#252;r<\/strong>. So einen Job m&#246;chte man mal haben.&#8220;<\/p>\n<p>W&#228;re dem Autor dieses Artikels nur zu w&#252;nschen, denn man fragt sich: War er nur betrunken oder etwa heftig bekifft oder gar auf dem Weg nach Poona? Doch um diese Frage muss ich mich leider herumschleichen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Man wei&#223; ja nicht, ob er\u2019s wirklich so gesagt hat, der Helmut an de Meulen, Vorsitzender des Vereins Pro Ruhrgebiet. Zumindest wird er in der WAZ von Donnerstag auf der &#8222;Rhein-Ruhr&#8220;-Seite so zitiert: &#8222;Niemand soll sich um die Frage ,Wie h&#228;ltst Du\u2019s mit der Stadt Ruhr\u2019 herumschleichen k&#246;nnen&#8220;. Leider kann das ohnehin niemand. Man kann [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-105","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemeines"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wazblog.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/105","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wazblog.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wazblog.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wazblog.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wazblog.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=105"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/wazblog.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/105\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wazblog.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=105"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wazblog.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=105"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wazblog.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=105"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}